< Zurück   Blindes Vertrauen in weisse Linien 

Bereits bei der Planung des neuen Bushofes in Schaan wurde fest­gelegt, dass ein tastbares Boden­leitsystem zu realisieren ist. Die­ses sollte jedoch nur dort einge­setzt werden, wo es als Ergän­zung zu den baulichen Strukturen wirklich notwendig ist. «Ob und inwieweit dieses Be­dürfnis besteht, wurde vom Liechtensteiner Behinderten-Verband, dem Amt für Bau- und Infrastruktur (ABI) und vor allem auch gemeinsam mit den Betrof­fenen abgeklärt»

Im Januar 2015 wurden nun die taktilen Markierungen am Busbahnhof appliziert. Diese weissen, syste­matisch angelegten Linien, die zudem einen Farbkontrast zur restlichen Fussbodenoberfläche darstellen, können mit den Füs­sen oder dem Blindenstock er­fühlt werden. «Die Linien führen jeweils zu den Türen der Busse und helfen nicht nur sehbehin­derten, sondern auch demenzerkrankten Menschen, sich selbst­ständiger und sicherer zu orien­tieren.

«Dies ist ein grosser Beitrag zur Verwirklichung der Chancen­gleichheit.»

Wenn Betroffene mit ihrem Blindenstock dem Leitsys­tem entlanglaufen, bewegen sie den Blindenstock hin und her – in der Breite ihres Körpers. Sie spüren die Linien nicht nur, son­dern hören auch ein Geräusch, welches durch das Bewegen des Stockes auf den Linien erzeugt wird. Kommen sie an das Ende einer Linie und somit an den Eingang eines Busses, verdichten sich die Linien zu einem soge­nannten Aufmerksamkeitsfeld.

Diese taktilen Leitsysteme sind auch in der Schweiz anzu­treffen. 1997 wurde am Bahnhof in Zürich das erste Leitliniensystem erstellt.

Die Firma Morf AG gilt als die Pionierin in Sachen taktilen Leitsystemen. Schon einige 100km Leitlinien wurden von der Morf AG im In- und Ausland aufgetragen. Mittlerweile beschäftigt die das Unternehmen ganze Markierequipen die ausschliesslich taktile Markierungen anbringen.



 
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